Über den Autor


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Edgar Eisenkrätzer geboren am 27.10.1959 in Querfurt, einer überschaubaren Stadt im Saalekreis Sachsen-Anhalts, nach der Teilung Deutschlands 1949 in der sogenannten Sowjetzone, auch Ostzone, gelegen. Zusammen mit seinen Eltern und seiner vier Jahre älteren Schwester lebte Edgar dort, bis er ein Jahr alt war. Arbeitsbedingt zog es die Familie dann nach Mücheln, 25 km entfernt am heute größten künstlich angelegten Geiseltalsee gelegen. Selbst dort zog die Familie mehrfach um und landete schließlich in einem großen Zweifamilienhaus im Heimatort des Vaters, das zu einem landwirtschaftlichen Hof gehörte, wo sich der Vater nach seinem regulären Arbeitstag „in der Kohle“ um Landwirtschaft und Viehzeug redlich kümmerte. Sein Sohn, der mittlerweile sieben Jahre alt war, wurde in diese Tätigkeiten miteinbezogen, um ihm die Landwirtschaft als Beruf schmackhaft zu machen. Der Hof gehörte einem privaten Bauern, der aufgrund seines Alters die großzügige Unterstützung von der Familie Eisenkrätzer genoss und als Dank diese als Erben nach seinem Tod eingesetzt hatte.

Edgar wurde im siebten Lebensjahr in Mücheln eingeschult und ließ sich schon früh für die Arbeiten auf dem Hof begeistern. Der Vater wechselte seinen Arbeitsplatz und wurde Teil einer großen Landwirtschaftlichen Genossenschaft, kurz LPG, von welcher er auch die Deputate (landwirtschaftliche Naturalien) für seinen Hof bekam, was diesem sehr zugute kam. So konnte er den Hof erfolgreicher bewirtschaften. Doch es sollte so nicht weitergehen. Der Hof, der auf einem Gebiet zur Förderung der Braunkohle gelegen war, fiel dieser zum Opfer, und die Eisenkrätzers wurden enteignet. „Ausgekohlt“, so hieß es im Fachjargon. Der wertvolle Hof wurde gegen eine Bruchbude - aus Lehm gebaut, mit ein wenig Land hinter dem Haus – „großzügig“ eingetauscht. Das Leben änderte sich für die gesamte Familie nun schlagartig. Nicht nur, dass die Familie in ein heruntergekommenes Haus einziehen musste, auch Edgar und seine große Schwester mussten ab sofort in Braunsbedra zur Schule gehen. Das bedeutete auch, dass sie sich neue Freunde suchen mussten. Das „neue“ Grundstück ließ aber das Halten von Vieh zu, weil auf dem „Anwesen“ eine Scheune stand, die als Stall nutzbar war. In der DDR waren Lebensmittel Mangelware, aber mit dem Halten von Viehzeug konnte sich die Familie selbst versorgen und sich zudem auch einen kleinen Reichtum anhäufen, indem sie Vieh verkaufte.

Die Umstrukturierung des vergangenen Lebens hatte zur Folge, dass Edgar sehr früh lernen musste, seinem Vater tatkräftig zur Seite zu stehen und damit viel von seiner Freizeit einbüßte. Nicht nur der Auf- und Ausbau des heruntergekommen Hauses, sondern auch das Hüten der drei jüngeren Brüder kosteten Edgar viel Kraft und Zeit …
Nachdem Edgar als junger Mann auf der Suche nach Freiheit eine Odyssee durch viele Gefängnisse hinter sich gebracht hatte, wie es in seinem Buch „Der Wunsch nach Freiheit“ ausführlich beschrieben wird.

War er noch bis zur Maueröffnung im November 1989 sehr oft in „DDR-Geschichten“ involviert, denn aus dieser Ehe war ein Sohn hervorgegangen, der in der DDR zur Welt gekommen war. Beruflich - nach erfolgreichem Realschulabschluss – wurde er als Chemiefacharbeiter ausgebildet und konnte viel Berufserfahrung sammeln. Aufgrund seiner guten Auffassungsgabe konnte er sich in seinem beruflichen Leben auch in neuen Tätigkeitsfeldern recht zügig zurechtfinden und sehr gute Ergebnisse erzielen. Während seines Gefängnisaufenthaltes war dies zunächst eingeschränkt möglich gewesen, jedoch hatte er sich auch dort den industriellen Abläufen schnell angepasst, so z. B. bei den maschinellen Arbeiten im IFA-Getriebewerk. Erwähnenswert ist auch seine Tätigkeit in der Bücherei des Zuchthauses Brandenburg. Dort lernte er bis ins Detail die Fertigkeiten eines Buchbinders und schloss nach der Haftentlassung seine Ausbildung als Industriebuchbinder mit Auszeichnung ab. Edgar war für seine Tüfteleien sehr bekannt und erhielt dafür diverse Auszeichnungen.
Sein nachfolgendes bewegtes Leben stellte ihn vor weitere berufliche Herausforderungen, und zwar zunächst im Sicherheitsbereich. Da ihn die interessanten Aufgaben eines Detektivs reizten, erwarb er eine Detektivlizenz. Zusätzlich erworbene Qualifikationen im Versicherungswesen untermauerte er schließlich mit seinem Abschluss als Versicherungskaufmann. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn dann jedoch, kürzer zu treten und schlussendlich im Facility Management gemächlicher zu arbeiten.
All diese Herausforderungen ließen Edgar wenig bis gar keine Zeit, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, so dass er sie nicht aufarbeiten konnte und er sie lediglich verdrängte.
Im Alter von 53 Jahren erhielt Edgar einen Brief von einem Journalisten, der durch seine Pressearbeit von dessen unglaublicher Geschichte, der Odyssee durch diverse Gefängnisse der ehemaligen DDR und seiner geglückten Flucht aus einem dieser Gefängnisse, erfuhr. Dieser Journalist war begierig zu erfahren, inwiefern sich die Stasiakten mit den Aussagen der Zeitzeugen deckten. Von da an verschaffte sich Edgars Vergangenheit mehr Raum und Aufmerksamkeit in seinem Leben. Er beantragte als Erstes die Übersendung seiner Stasiakten, besuchte nach und nach alle Gedenkstätten und heute noch intakten Gefängnisse der ehemaligen DDR und gab als Zeitzeuge in der Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin und im ehemaligen Zuchthaus Cottbus, heute als Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. bekannt, Führungen. Schließlich wurde die Idee geboren, seine Erlebnisse in einem Buch zusammenzufassen.
Seither sind nun fünf Jahre vergangen, sein Buch ist fertiggestellt und soll der Öffentlichkeit einerseits als Zeitzeugnis der damaligen DDR, andererseits als spannende Erzählung eines mutigen Menschen dienen, der immer an sich geglaubt und sein Leben als Optimist gestaltet hat.

Edgar ist heute weiterhin mit der Aufklärungsarbeit beschäftigt. Es ist ihm wichtig, als Zeitzeuge auch emotional nachfolgenden Generationen aufzuzeigen, wofür unsere Gesellschaft noch heute kämpfen sollte – für die Demokratie und die Würde eines jeden Menschen!

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